„d´Bus kommt – wir bewegen Homberg” – Bürgerbusteam zieht Jahresbilanz

BB_19_12_2017Das Bürgerbusteam um Dirk Schumacher war ins Homberger Rathaus gekommen, um dem Bürgermeister Dr. Nico Ritz und der Öffentlichkeit nach einem Jahr Busbetrieb eine Bilnaz vorzustellen. Und die kann sich sehen lassen.
Der Bürgerbus fuhr Menschen aus 16 der 22 Homberger Stadtteile. An 115 Fahrtagen in fast 14 Monaten legte der Bus 15.000 Kilometer zurück. Pro Tag beförderte er 15 Fahrgäste bei 20 Fahrten.
Um die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger noch besser erfahren zu können, führte der Verein „Bürger für Homberg” eine Kundenbefragung durch. Von fast 100 Fahrgästen gaben 37 ihre Fragebögen ausgefüllt zurück. Das ist eine Rücklaufquote von 40 Prozent. 10 Fragen sollten beantwortet werden. Dabei kam heraus, dass die meisten die Einrichtung des Bürgerbusses gut finden. Das sie druch die Werbung in der Zeitung auf den Bürgerbus aufmerksam geworden sind und dass 94 Prozent der Fahrgäste Frauen sind. Die Hauptzielgruppe sind über 70 Jahre alt (78 %) und die zweite Gruppe 50 bis 70 Jahre jung (19%). Diese Zielgruppen nutzen den Bürgerbus hauptsächlich gelegentlich (35% wöchentlich, 16% moantlich). Die Ausstattung des Busses empfinden 76 % für gut. Dabei sagen 59 % der Befragten, dass das wöchentliche Angebot ausreichend ist. 49 % hingegen halten das Angebot für noch nicht ausreichend. 86% halten die Erreichbarkeit des Telefondienstes für gut.
Insgesamt wird die Freundlichkeit und der Service des Bürgerbusteams (Fahrer und Telefondienst) gelobt.
Der Bürgerbus in Homberg wurde ab Sommer 2015 im Rahmen des Programms „Land mit Zukunft“ unter Begleitung der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ und der Herbert Quandt-Stiftung entwickelt. An der konkreten Projektarbeit von Februar 2016 bis September 2016 war neben Madeleine Buchmann von der Herbert Quandt-Stiftung als fachlicher Berater Dr. Holger Jansen vom nexus-Institut Berlin, der bundesweit schon die Entwicklung von 40 Bürgerbus-Projekten begleitet hat, beteiligt.
Der Bürgerbus Homberg (Efze) ist organisatorisch eine Abteilung des Vereins „Bürger für Homberg e.V.“ . Im August 2016 konnte auf Grundlage einer Förderung der Herbert Quandt- Stiftung an den Verein ein gebrauchter Opel-Kleinbus bei einem Homberger Autohaus erworben werden. Seit 20.10.2016 ist d’Bus als ergänzendes Mobilitätsangebot auf den Straßen der Kernstadt und der 22 Stadtteile unterwegs. d’Bus fährt im gesamten Stadtgebiet der Stadt Homberg (z.B. zu Ärzten, Banken, Einkäufen, Veranstaltungen und verschiedensten weiteren Zielen und Anlässen). Die Fahrgäste werden zu Hause abgeholt und wieder dorthin zurückgebracht. Die Nutzung ist kostenfrei. Spenden sind erwünscht. In der Abteilung „Bürgerbus“ des Vereins arbeiten derzeit 33 Bürgerinnen und Bürger (davon fünf Frauen und insgesamt 25 Menschen in der nachberuflichen Zeit) aus der Kernstadt und den Stadtteilen ehrenamtlich. Sie stellen ihre Freizeit unentgeltlich zur Verfügung, um den Telefon- und den Fahrdienst zu individuell unterschiedlichen Einsatzzeiten zu gewährleisten.
Im Februar haben die Fahrerinnen und Fahrer einen Erste-Hilfe-Kurs des Roten Kreuzes besucht. Anfang Dezember wurde in Kooperation mit der Verkehrswacht Schwalm-Eder ein Fahrsicherheitstraining auf dem Verkehrsübungsplatz in Baunatal durchgeführt. Alle Ehrenamtlichen treffen sich mindestens zweimal im Jahr in Form eines Projekt-Plenums zum intensiven Erfahrungsaustausch. Darüber hinaus gibt es einen aus zehn Mitgliedern bestehenden Lenkungsausschusses, der sich alle vier bis acht Wochen zu Koordinationssitzungen trifft. Seit Anfang Dezember 2017 fährt der Bürgerbus regelmäßig montags junge Migrantinnen aus der Kernstadt in das Bewegungsbad in Hülsa zu Schwimmkursen der DLRG und wieder zurück. (di)

Bild: Gerhard Grebe (v.li.n.re.), Herbert Wassmann, Karl-Ernst Paul, Dieter Wagner, Hilmar Burkhardt, Fahrer Rolf Esser, Jana Edelmann-Rauthe und Dirk Schumacher ziehen nach einem Jahr Bürgerbus Bilanz. Foto: Uwe Dittmer