Die Homberger Kläranlage: wie aus Abwasser sauberes Wasser wird

klaer_2Alles, was die Bürgerinnen und Bürger von Homberg die Toilette herunterspülen, kommt letztlich in der Homberger Kläranlage  an. „Wir holen erst einmal mit einem mechnanischen Rechen die Grobstoffe aus dem Wasser. Da finden wir denn schon mal Starkstromsteckdosen, Toilettenpapier, Steine, Binden, Essensreste und auch tote Ratten”, erzählt Vorarbeiter Steffen Schneider. Der Abfall werde dann mit Wasser gesäubert, gepresst und als Müll von der Firma Fehr abgeholt.

Das verunreinigte Wasser wird in ein Vorklärbecken geleitet. Dort werden die feinen organischen Stoffe aus dem Abwasser durch Sedimentation entfernt. Sie erfolgt durch Verringerung der Fließgeschwindigkeit im Vorklärbecken. Etwa 30 Prozent der organischen Stoffe setzen sich so ab, der Primärschlamm. Jetzt wird das Wasser im Belebungsbecken biologisch durch Zugabe von Sauerstoff und Bakterien und anderen Mikroorganismen gereinigt. Organische Abwasserinhaltsstoffe und Stickstoffverbindungen werden abgebaut.

Bakterien bauen Ammonium abklaer_8

Stickstoff wird aus den organischen Verbindungen zunächst als Ammonium abgespalten (= Hydrolyse) und dann mit Hilfe spezieller Bakterien mit Sauerstoff zu Nitrat oxidiert (Nitrifikation).
Die Reinigungskraft bezogen auf den Biochemischen Sauerstoffbedarf (BSB) liegt bei Kläranlagen mit mechanischer und biologischer Reinigung bei 90-95 Prozent.

Ständige Prüfung der Wasserqualität

Nachdem diese Reinigung stattgefunden hat, wird das Wasser in Nachklärbecken geleitet, dort wird das Wasser vom Belebtschlamm getrennt und gereinigt, auf eventuell verbliebene Schadstoffe untersucht und erst dann in die umliegenden Gewässer entlassen.
„Wir prüfen die Qualität des Wassers ständig”, sagt der Leiter der Kläranlage Benjamin Neidert. (di)

Bild 1: Vorarbeiter Steffen Schneider untersucht regelmäßig das Wasser auf Ammoniumnitrat, Phosphat, den PH-Wert, Temperatur und den Biochemischen Sauerstoffbedarf (BSB). Fotos: Uwe Dittmer