Summer of Pioneers in Homberg (Efze): 37 Interessenten gibt es schon

Ein Experiment könnte der Start für die Etablierung neuer Projekte und digitaler Jobs in der Homberger Altstadt werden. „Summer of pioneers“ (Sommer der Pioniere) heißt die Initiative, die im vergangenen Sommer in der Stadt Wittenberge im Land Brandenburg ihren Anfang nahm und jetzt in Homberg ebenfalls an den Start geht. Bei der Vorstellung der Initiative für Homberg, die zum zweiten Mal im Bundesgebiet und zum ersten Mal im Land Hessen startet, stand der „positive Blick aufs Land“ im Vordergrund. Frederik Fischer, Initiator dieses Ko-Dorf-Projektes aus Berlin, stellte die Projektidee in der Zukunftswerkstatt im Gebäude Marktplatz 7 vor.

Von der Großstadt aufs Land ziehen

Es geht darum, aus der Großstadt hinaus aufs Land zu ziehen und dort zu arbeiten. Junge Menschen aus Ballungszentren, die für ihre Arbeit nur einen Internetanschluss brauchen, sollen in der Altstadt leben und im Gegenzug Projekte in der Stadt Homberg entwickeln. Für die Stadt Homberg sei dies ein Experiment und es passe gut zum Cittaslow-Gedanken, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz.

Homberg hat gute Voraussetzungen

„Wir haben hier gute Voraussetzungen dafür, Leben und Arbeiten unter einen Hut zu bringen“, so Dr. Ritz. Es sei großartig in Homberg. 20 Pioniere sollen in Homberg für ein halbes Jahr in einer Art Campus rund um den Marktplatz leben und digital arbeiten. Gearbeitet wird in einem „Coworking Space“, in dem Gemeinschaftsarbeitsplätze, ein Konferenzraum sowie Interaktionsflächen für Teams zur Verfügung stehen. Die 20 Teilnehmer erhalten möblierte Wohnungen in Fachwerkhäusern der Altstadt, dabei unterstützt sie die Stadt. Jede(r) müsse nur 150 Euro pro Zimmer zahlen, so Dr. Ritz.

Große Chance für Homberg

Im Gegenzug sollen sie mit ihren Projekten und Ideen die Stadt voranbringen. Einen Wissenstransfer soll es mit kreativen Köpfen aus der Region Homberg ebenso geben, wie die Teilnahme am Homberger Kulturprogramm.

Lust aufs Land machen

Es brauche manchmal nicht viel, um Lust aufs Land zu machen. Und genau das soll mit dem Summer of Pioneers geschehen, sagt Jonathan Linker von dem Gründer-Netzwerk „Homeberger“. Durch ihn ist die Verbindung zu dem Berliner Journalisten Frederik Fischer entstanden. Und Lust haben schon 37 Interessenten aus Kassel, St. Peter Ording, Bonn, Hamburg, Berlin, Bad Sooden, und Wiesbaden.

„Dieses Jahr ist ein guter Zeitpunkt“

„Dieses Jahr ist ein guter Zeitpunkt, weil wir jetzt noch Leerstände am Marktplatz haben, die nächstes Jahr keine Leerstände mehr sind. Außerdem erhält Cittaslow durch das Projekt zusätzlichen Schwung. Der Breitbandausbau, der von Homberg aus betrieben wird, steht kurz vor dem Abschluss. Und wir können den Pionieren mit unserem Förderprogramm „Lokale Ökonomie“ Förderung anbieten, für diejenigen, die kommen und bleiben möchten“, informiert Dr. Ritz. Eine Förderung durch Gelder von Land und Landkreis wären auch möglich.

Der ländliche Raum sei ein Sehnsuchtsort für Menschen aus städtischen Zentren. Gleichzeitig brauche es Neugier und Aufgeschlossenheit in der Bevölkerung, um dieses Projekt zum Erfolg zu bringen. In Homberg träfe dies zu, sagt der Berliner Journalist Frederik Fischer.

„Es geht uns gut in Homberg, hier lässt es sich gut leben, wir kommen aus einer guten Position, um anzudocken und anzuknüpfen. Und wir laden die Pioniere ein, damit sie dies weitertragen. Es ist ein Experiment und wir werden sehen, was funktioniert und was nicht funktioniert.

Bewerbungen möglich bis März 2020

Bewerbungen für das Projekt in Homberg sind noch bis zum 9. März im Internet unter homberg-pioneers.de möglich. (di)

 

Bild, v.li.: Klimaschutzmanagerin Helene Pankratz, Frederik Fischer, Teja Habbishaw, Jonathan Linker, Bürgermeister Dr. Nico Ritz, Dipl.-Ing. Stefan Fennel (kbg), Eugen Knoth (IHK-Teamleiter Innovation und Umwelt), Christine Fiand, Tatjana Grau-Becker (Wirtschaftsförderung des SEK), Johannes Maiwald, Viola Müller-Hanke (Betriebsübergabe-Coach der Wirtschaftsförderung des Schwalm-Eder-Kreises), Markus Exner (Regionalmanagement Nordhessen) und Rebecca Rühl. Foto: Dittmer

 

 

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