230 neue Bäume innerhalb von zwei Jahren gepflanzt

Gesunder alter Baum produziert täglich Sauerstoff für bis zu 20 Menschen

Das Klima in der Stadt liegt dem städtischen Landschaftsgärtner Christian Vaupel am Herzen. Deshalb pflanzte er seit dem Jahr 2018 bis heute rund 230 neue Bäume und legte Blühwiesen im Stadtgebiet an. „Da, wo wir alte und kranke Bäume wegnehmen müssen, pflanzen wir auch wieder neue hin“, sagt Vaupel.

Und: „Es muss zukunftsgerecht nachgepflanzt werden, weil natürlich weiterhin Bäume sterben. In welchem Umfang Bäume, auch durch eine mögliche stärkere Erderwärmung, sterben, wissen wir heute allerdings noch nicht.“ Christian Vaupel sieht seine Arbeit als einen Beitrag zur Erhaltung des Baumbestandes im Homberger Stadtgebiet und zur Verbesserung des Stadtklimas.

„Ein alter gesunder Baum produziert so viel Sauerstoff am Tag wie 20 Menschen zum Atmen brauchen“, weiß Christian Vaupel. Bäume produzieren jedoch nicht nur Sauerstoff und filtern Kohlendioxid aus der Luft, sondern tragen mit ihrem Schatten auch zur Kühlung von Asphalt- und Steinflächen bei und helfen somit die Temperatur und Hitze in der Stadt zu senken. Sie verhindern, dass die Hitze von Asphalt- und Steinflächen nachts abgegeben wird und die Umgebung erwärmt. Das Lichtraumprofil eines Baumes beträgt 4,50 Meter über der Fahrbahn und 2,50 Meter über dem Bürgersteig.

Die Existenz von Bäumen hilft, die Umgebung zu kühlen und die klimatischen Verhältnisse in der Stadt positiv zu beeinflussen. Deshalb stellt das Pflanzen eines Baumes eine sinnvolle und wichtige Klimaanpassungsmaßnahme dar.

 

Das leistet ein grosskroniger Laubbaum:

 

Für eine erfolgreiche Pflanzung ist wichtig:

 

 

Bäume in der Stadt

In den zwei Jahren (2018-2020) hat der städtische Landschaftsgärtner mit Kollegen und der Firma „Baumläufer“ 230 Bäume erfolgreich gepflanzt. Wer aufmerksam durch die Stadt fährt, kann sie überall entdecken. Besonders auffällig ist die Baumallee an dem Fußweg zu den Efzewiesen in Höhe der Brücke über die Efze an der Waßmuthshäuser Straße. Dort stehen insgesamt 56 Bäume. Vaupels Ortsliste der Pflanzungen ist lang: Allmuthshausen, Berge, Mardorf, Mühlhausen, Lembach, Lützelwig, Rodemann, Roppershain, Rückersfeld, Sondheim, Homberg Kernstadt: Heideweg, Holzhäuser Feld, Wernswig, Werrberg, Homberger Friedhof, Stellbergsweg, Bahnhofsstraße, Davidsweg, Hessenallee, Waldkita, Stadtpark, Bingelbrücke, Wallstraße, Langestraße, Hülsa, Mörshausen und Welferode.

Regelmäßige Pflege

Ohne regelmäßige Pflege kommt keine Neuanpflanzung aus. Beim Pflanzen erhalten die Bäume einen ersten Pflanzschnitt, bei dem junge Äste, die beispielweise in den Verkehrsraum ragen abgeschnitten werden. Dadurch werden künftige Gefährdungen vermieden und der Baum muss nur eine kleine Schnittwunde schließen und nicht eine große wie bei einem großen Ast zu einem späteren Zeitpunkt.

Zur Pflege erhalten die Bäume einen weißen Grundanstrich als Sonnenschutz gegen Sonnenbrand, die sogenannte „Sonnennekrose“. Die Langzeit-Stammschutzfarbe schützt Jung- und Altbäume vor thermischen Rindenschäden (Sonnen- bzw. Frostrisse) an Laubhölzern bis zu zehn Jahren. Stammschäden entstehen an Bäumen bei 45° C im Kambium.

Wasser ist überlebenswichtig

„Ohne das Wässern der Bäume haben die Neuanpflanzungen nur eine geringe Überlebenschance“, informiert Christian Vaupel. Er verfügt über einen Bewässerungsplan für seine neu gepflanzten Bäume.

„Um einmal jeden der 230 Bäume zu wässern, brauche ich vier Tage. Dafür benutze ich spezielle Wassersäcke, die das Wässern erleichtern und enorm Zeit sparen, weil ich mit den Säcken das Wasser direkt an den Wurzelballen bringe“, erklärt Vaupel.

Junge Bäume müssen in diesen Hitzetagen intensiv gegossen werden. Wer schon mal versucht hat, einen Baum mit dem Schlauch zu gießen, der weiß: Das meiste Wasser fließt direkt ab. Nur eine kleine Menge versickert im Bereich der Baumwurzeln, wo es hingehört. Effektiver ist eine Tröpfchenbewässerung, die den Boden langsam befeuchtet und dann tief durchdringt. Da hilft ein spezieller Wassersack aus reißfestem Bändchengewebe, der sich wie ein Mantel mit kleinen Löchern um den Baumstamm legt und per Reißverschluss geschlossen wird. Er gibt das Wasser dann tröpfchenweise an den Baum ab.

Bunte Bienenwiesen im Stadtgebiet

Um den Insekten, insbesondere den Bienen Nahrung zu geben, hat der städtische Landschaftsgärtner im Stadtgebiet mehrere bunte Bienenwiesen angelegt. An der Zuwegung zu den Efzewiesen von der Waßmuthshäuser Straße aus, an der Hersfelder Straße bei der Bingelbrücke, auf dem Burgberg, im Uferweg am Nachhaltigkeitshäuschen, in Hülsa am ehemaligen Haus Krupke und an der Brandenburger Straße und am Insekten Hotel an der Wallstraße stehen jetzt viele bienenfreundliche Pflanzen. Zukünftig sind weitere Flächen für Insektenwiesen in Planung.

Wir können uns schon freuen, wenn im nächsten Frühjahr viele Blumenzwiebeln wie Narzissen, Osterglöckchen und Wiesenblumen zu blühen beginnen und so die Frühlingszeit einläuten.  Uwe Dittmer

Fotos: Uwe Dittmer und Christian Vaupel.

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