Der Türmer

Türmer

Dennis Willershausen

übernahm noch zu Lebzeiten des Homberger Türmers Fritz Dreytza die Rolle als Jungtürmer und ist der neue Türmer der Stadt. Türmer, auch Turmwächter oder Turmbläser genannt, hatten die Aufgabe, vom höchsten Turm aus, meist Kirch- oder Wachtürme, die Stadt oder die Burg vor Gefahren zu warnen. Diese konnten im marodierenden Räuberbanden, aber auch in ausbrechenden Bränden innerhalb der Stadt bestehen. Um auf sich aufmerksam zu machen, benutzten sie dazu Flaggen, Lampen, Glocken oder ein Signalhorn. Viele Türmer wohnten auch in dem Turm, von dem aus sie arbeiteten. So konnten sie auch eine weitere Aufgabe übernehmen: per Glockenschlag die volle Stunde anzeigen. Dies konnte auch mit Hilfe von Trompetenstößen geschehen.

Türmer wurden bis Anfang des 20. Jahrhunderts eingesetzt. Heute werden sie in wenigen Städten noch im Rahmen des Tourismus beschäftigt.

Die Reformationskirche und ihre Türmerwohnung

Aus einer fränkischen Kapelle, die später zu einer romanischen Kirche und dann zur Basilika wurde, entstand in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein spätgotischer Um- bzw. Neubau als Hallenkirche hessisch-westfälischer Prägung. Im Jahr 1374 wurde der Turmbau begonnen, 1709 die Türmerwohnung errichtet.

Der Turm der Stadtkirche St. Marien, die als Reformationskirche Hessens in die Geschichte einging, ist 57 Meter hoch. Unmittelbar unter dem barocken Dach liegt die Wohnung des Türmers von Homberg. Bis zum Jahr 1837 wohnten hier die Familien des jeweiligen Türmers. Zur Wohnung gehören eine Diele (13 m²), eine Küche mit Kamin und offener Feuerstelle (8 m²) und zwei weitere Räume von je 12 und 19 m². Umgeben ist die Wohnung von einem einen Meter breiten Umgang, dessen Fenster man von unten sehen kann. Unter der Wohnung befindet sich auf Höhe des offenen Turmumganges mit Balustrade ein weiterer großer Raum, der wohl als Lagerraum gedient hat.

Fritz Dreytza, Hombergs berühmtester Türmer

Der wohl berühmteste Türmer Hombergs ist Fritz Dreytza, der im Juni 2009 im Alter von 73 Jahren starb. Dreytza, im Januar 2009 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt, lagen seine Stadt Homberg und ihre Bewohner immer am Herzen. Er war Mitglied der Stadtführergilde, setzte sich erfolgreich für die Renovierung der Türmerwohnung in der Marienkirche ein und initiierte die Sängertreffen „Singender, klingender Schlossberg“. Neben Mundart und Heimatpflege gehörte seine Liebe der Musik. Er war lange Jahre Vorsitzender des Männergesangvereins Liedertafel und mehr als 50 Jahre Mitglied des Homberger Posaunenchors.

Vor allem aber war Fritz Dreytza ein Menschenfreund. Er kümmerte sich um jeden, der sich mit einer Bitte an ihn wandte, versuchte, jedem zu helfen. Grundsätzlich positiv denkend und immer geradeheraus, das waren die Art und der Charakter von Fritz Dreytza. Dreytza klärte durch seine Tätigkeit als Buchautor das bis dato ungeklärte Schicksal mehrerer Homberger Juden während der Nazidiktatur auf, hielt im Homberger Geschichtsverein Vorträge zu diesem Thema und wurde für sein ehrenamtliches Engagement mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen und schließlich mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Seinen Nachfolger Dennis Willershausen arbeitete Fritz Dreytza in seinen letzten Lebensmonaten noch in dessen Amt ein.

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